Opel Magazin: Back home again

Ein „Car Guy“
als Opel Chef.

Der neue Vorstandsvorsitzende Karl-Friedrich Stracke über seine Pläne bei Opel, neue Modelle und die Rolle der grünen Zukunftstechnik für das Unternehmen.

Stracke

Abfahrbereit: Der neue Chef ist Ingenieur, liebt schnelle Autos und setzt auf Umweltschutz als Zukunftsziel.

Herr Stracke, was war der erste Gedanke, als Sie von Ihrem neuen Job in Deutschland erfahren haben?

Ich saß mit Dan Akerson, dem Chef von General Motors, zusammen, und er fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, die Verantwortung für Opel zu übernehmen. In der ersten Sekunde war ich natürlich überrascht, ich hatte mich auf mindestens zwei weitere Jahre als Chefentwickler in Detroit eingestellt. Aber für mich als Opelaner ist das natürlich ein Traumjob, deshalb habe ich sofort begeistert Ja gesagt. Ich freue mich, wieder in Deutschland zu sein, und ich freue mich auf die neue Aufgabe hier in Rüsselsheim.

Das Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren sehr verändert …

Natürlich, und daran hatte ich auch einen gewissen Anteil. Es ist ja nicht so, dass ich in Detroit fern von Opel war. Als Chefentwickler war ich ja für Opel und deren neue Autos zuständig und stand in ständigem Kontakt mit den deutschen Kollegen. Ich habe jede Entwicklung im Unternehmen hautnah erlebt und verfolgt.

Nach dem Briten Nick Reilly, der jetzt den Aufsichtsratsvorsitz bei Opel übernimmt, hat das Unternehmen wieder einen deutschen Chef. Ist das wichtig?

Wenn Sie damit sagen wollen, dass nur ein Deutscher Opel leiten kann – nein. Dass ich Deutscher bin, war weder für GM noch für mich selbst der ausschlaggebende Punkt. Aber es ist natürlich kein Nachteil, dass ich viele Jahre in den unterschiedlichsten Positionen bei Opel gearbeitet habe, die Kollegen und die Kultur des Unternehmens seit vielen Jahren kenne und auch ein Gefühl für den europäischen Markt und seine besonderen Herausforderungen entwickeln konnte. Ich habe inzwischen 30 Jahre bei Opel verbracht, mein ganzer beruflicher Werdegang ist mit dem Unternehmen verbunden, entsprechend hängt auch mein ganzes Herzblut an Opel.

Sie gelten im Konzern nicht nur wegen Ihres Jobs als Chefentwickler als eher produkt- denn marketing­orientiert. Sind Sie Ingenieur oder Manager?

Ohne kaufmännisches Wissen und Managementkenntnisse kann man kein Unternehmen und keinen Unternehmensbereich leiten, und in meinen letzten Positionen hat die Betriebswirtschaft zunehmend an Gewicht gewonnen. Doch wenn Sie als Maschinenbauer anfangen, bleiben Sie Ihr Leben lang Ingenieur. Ich bin das, was man in den USA als „Car Guy“ bezeichnet. Ich liebe es, Auto zu fahren – und ich liebe es, auf Rennstrecken zu fahren. In Amerika habe ich den Rennführerschein gemacht, immer viel Zeit auf den Kursen verbracht. Ich reize Autos gern bis zur technischen Grenze aus. Das macht unglaublichen Spaß.

Wo sehen Sie jetzt Ihre Aufgaben?

Erstens und vor allem: tolle Autos bauen. Wir haben hier die besten Ingenieure und Autobauer der Welt, und wir sollten sie tun lassen, was sie am besten können. Dank vieler neuer Modelle und Innovationen ist Opel heute wieder viel stärker als noch vor einigen Jahren. Und wir haben für die Zukunft noch einige Ideen für neue Entwicklungen.

Neue Entwicklungen? Verraten Sie uns ein paar davon!

Dass wir über neue Cabrios oder neue Caravanmodelle nachdenken, ist kein Geheimnis. Über den neuen Klein­wagen mit dem Codenamen „Junior“ wird öffentlich schon viel spekuliert. Wir haben auch Ideen, wie wir unseren umweltfreundlichen EREV-Elektroantrieb vom Ampera auf andere Modelle übertragen können.

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