Joachim Winkelhock zeigt, wie man richtig lenkt. Seine Erfahrung: Die meisten haben sich eine falsche Fahrweise angewöhnt.
3. Handlingkurs
„Der GTC ist ein ganz neues Fahrzeug“, sagt Jockel, während wir zum Handlingkurs fahren, „aber kein Rennauto.“ Der Durchschnittsverbrauch liegt dank Start/Stop-Automatik bei nur 4,9 Litern. Für den Profi ein wichtiges Argument – auch ein Motorsportler denkt ans Spritsparen: „Wer harmonisch fährt, nicht zu scharf bremst und fließend kuppelt, verbraucht weniger Benzin und muss nicht so oft an die Box“, sagt er.
Als Jockel die erste Runde auf dem Handlingkurs dreht, fühle ich mich wie auf der Nordschleife des Nürburgrings: 16 Kurven und Bodensenken hält die Bahn bereit. Nach zwei Aufwärmrunden demonstriert Jockel, wie sicher die eingebaute Technik den Wagen macht. Mitten in der Kurve reißt er das Lenkrad herum. Statt ins Schleudern zu geraten, bremst das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) den GTC automatisch herunter und stabilisiert ihn. Vorsichtiges Fahren sei trotzdem Pflicht. „Wenn ich viel zu schnell in eine Kurve fahre, hilft mir das ESP auch nicht mehr.“
Der Motorsportler hat in seiner 25-jährigen Karriere viele Unfälle erlebt – kam aber immer mit leichten Verletzungen davon. Was er daraus mitgenommen hat? „Vorausschauendes Fahren“, sagt er. „Ich habe immer alle Spiegel im Blick. Ich weiß, was hinter mir, neben mir und vor mir passiert – und damit meine ich nicht nur den Vordermann, sondern auch die Wagen davor. Wenn da die Bremsleuchten aufleuchten, kann ich mich früh darauf einstellen.“
Auf dem Handlingkurs sind wir allein – ein Crash mit anderen Autos ist nicht zu befürchten. Meine erste Runde dauert gefühlt doppelt so lang wie die meines Trainers. An den Scheitelpunkten der Kurven sind Pylonen aufgestellt, an denen soll ich möglichst nah vorbeifahren. Ich gebe mein Bestes, doch Jockel sagt, ich sei noch meterweit entfernt. Als er wieder lenkt, merke ich den Unterschied: Viel später und viel schärfer nimmt er die Kurven, doch von Hektik ist keine Spur. Es ist ein fließendes, kontrolliertes Fahren, während die Reifen haarscharf an den Pylonen vorbeischrammen und der GTC die Fahrbahngrenzen aufs Äußerste ausreizt.
Als wir das Training beenden, ist mir klar: Die Zeiten von Jockel werde ich so schnell nicht erreichen. „Das ist normal: Ein neues Auto, eine neue Strecke, das braucht seine Zeit. Wenn du ein, zwei Stunden auf dem Kurs fährst, bist du fast so schnell wie ich“, beruhigt er.
Test Center Dudenhofen
Die Sicherheitsvorschriften sind streng, ein Schild am Eingang warnt: Selbst Fotohandys sind hier nicht erlaubt. Manche sprechen von einem Top-Secret-Areal. Das Opel Test Center Dudenhofen südöstlich von Frankfurt gilt als einer der besten Orte in Europa, um die Eigenschaften neuer Fahrzeuge zu testen. Hier stellt Opel sicher, dass seine Autos unter allen Bedingungen Bestleistungen vollbringen. Auch Hersteller, die nicht dem General-Motors-Konzern angehören, fahren hier ihre Prototypen ein.
Die Auswahl an Strecken ist groß: Der schräge Hochgeschwindigkeitstrack (blau) bildet den Höhepunkt – er ermöglicht seitenkraftfreies Fahren und Geschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometern pro Stunde. Um die Ausdauer neuer Modelle auf die Probe zu stellen, haben die Opel Ingenieure eine zwölf Kilometer lange Dauerlaufstrecke (rot) mit unterschiedlichen Fahrbahnoberflächen und Kurven geschaffen. Besondere Belastungen bedeuten auch die Marterstrecke (gelb) mit Schlaglöchern, Wellen und Pflastersteinen sowie ein Berg-Parcours (orange) mit Steigungen von bis zu 30 Prozent. Auf einer Geräusch- und Komfort-Strecke (grün) lassen sich Fahrkomfort und Abrollgeräusche optimieren.
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Joachim Winkelhock, ehemaliger Formel 1 und DTM Pilot, gewann 1999 das wohl prestigeträchtigste Rennen der Welt, die 24 Stunden von Le Mans. Heute zeigt er uns worauf es beim Fahren ankommt und was den Astra GTC besonders macht.




